Der Arbeitgeberzuschuss in der betrieblichen Altersvorsorge bei Entgeltumwandlung

bAVProfis

Der Arbeitgeberzuschuss in der betrieblichen Altersvorsorge
Betriebliche Altersvorsorge - bAVProfis

Der Arbeitgeberzuschuss in der betrieblichen Altersvorsorge bei Entgeltumwandlung!

Ab dem 01.01.2022 müssen alle Versorgungszusagen der betrieblichen Altersvorsorge (bAV), die durch den Mitarbeiter finanziert werden und über den Durchführungsweg nach § 3 Nr. 63 EStG oder § 40 b EStG (Direktversicherung, Pensionskasse, Pensionsfonds) beim Arbeitgeber geführt werden mit dem gesetzlich festgelegten Arbeitgeberzuschuss versehen werden (§ 1a Abs. 1a & 26a  BetrAVG).

Der gesetzliche Arbeitgeberzuschuss in der betrieblichen Altersvorsorge, die durch eine Entgeltumwandlung nach § 3 Nr. 63 EStG / § 40b EStG finanziert wird muss vom Arbeitgeber bezahlt werden!

Das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) sieht eine Menge Änderungen in der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) vor. Darunter fällt auch der Arbeitgeberzuschuss in der betrieblichen Altersvorsorge (bAV), die durch den Mitarbeiter finanziert wird.

Grundlage des Rechtsanspruches auf eine betriebliche Altersvorsorge durch Entgeltumwandlung ist der § 1a Abs 1 BetrAVG:

Jeder Arbeitnehmer kann von seinem Arbeitgeber verlangen, dass zukünftig ein Teil seines Bruttolohnes für eine betriebliche Altersvorsorge verwendet wird. Der Rechtsanspruch auf betriebliche Altersvorsorge durch Entgeltumwandlung bezieht sich immer bis zu 4 von Hundert der jeweiligen Beitragsbemessungsgrenze der deutschen gesetzlichen Rentenversicherung (GRV).

Gleichzeitig muss der Arbeitgeber auf diesen Anspruch der betrieblichen Altersvorsorge durch Entgeltumwandlung mindestens den gesetzlich festgelegten Arbeitgeberzuschuss zur betrieblichen Altersvorsorge bezahlen (§ 1a Abs. 1a; § 26a BetrAVG)!

Beispiel:

  • 2021 Beitragsbemessungsgrenze der deutschen Rentenversicherung monatlich 7.100,00 Euro.
  • 4% von 7.100 Euro => Höhe des gesetzlichen Rechtsanspruches =>    monatlich   284,00 Euro.


Wichtiger Hinweis:


Welche Durchführungswege der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) sind nach § 3 Nr. 63 EStG damit gemeint?

  • Direktversicherung
  • Pensionskasse
  • Pensionsfonds


Wie berechnet sich der gesetzlich festgelegte Arbeitgeberzuschuss bei der betrieblichen Altersvorsorge durch Entgeltumwandlung (§ 1a Abs. 1a & 26a BetrAVG)?

Es gibt 2 Möglichkeiten der Umsetzung des gesetzlichen Arbeitgeberzuschusses:

  1. Möglichkeit - Der Arbeitgeber will nur den vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Arbeitgeberzuschuss umsetzen:

    Hier werden nur die tatsächlichen Ersparnisse aus der Sozialversicherung berechnet, die der Arbeitgeber durch die arbeitnehmerfinanzierte betriebliche Altersvorsorge nicht an die Sozialversicherungsträger abführen muss. Der Arbeitgeber muss bis zu 15% des umgewandelten Entgelts (§ 1a Abs. 1 BetrAVG) zusätzlich als Arbeitgeberzuschuss in die arbeitnehmerfinanzierte betriebliche Altersvorsorge bezahlen. Allerdings nicht mehr als die tatsächliche Ersparnis.

    Nachteil:

    Jedes Jahr muss die Personalabteilung bzw. Lohnbuchhaltung eine Überprüfung der jeweiligen Beitragsbemessungsgrenzen (Kranken- & Rentenversicherung) vornehmen, ob hier eine Einsparung der grundsätzlichen Arbeitgeberbeiträge in der Sozialversicherung vorliegen. Dann prüfen, ob der Arbeitgeberzuschuss stimmt und dieser mit dem jeweiligen Versicherungsvertrag kongruent angepasst wurde?

  2. Möglichkeit - Der Arbeitgeber legt einen pauschalierten Prozentsatz fest:

    Der Arbeitgeber bestimmt, dass jeder Mitarbeiter unabhängig der jeweiligen Überschreitung der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Kranken- und Rentenversicherung mindestens 15% des gesetzlich festgelegten Entgeltumwandlungsbetrages erhält.

    Vorteil:

    Geringere Personalkosten, da eine Überprüfung, wie in der vom Gesetzgeber (Möglichkeit 1) vorgeschriebenen Situation notwendig ist, nicht durch den Gesetzgeber beachtet wurde! Durch den pauschalierten Arbeitgeberzuschuss entfällt die jährliche Überprüfung der jeweiligen Beitragsbemessungsgrenzen. Hier wird der Gesamtbeitrag der betrieblichen Altersvorsorge als 115% in der Lohnbuchhaltung geführt. 100% als Entgeltumwandlungsbetrag und 15% als Arbeitgeberzuschuss. Durch diesen Sachverhalt können in der Regel keine Differenzen entstehen, speziell bei Neuzusagen, die nach dem 31.12.2018 erteilt wurden.

Beispiel:

  • Beitrag des Arbeitnehmers für die Entgeltumwandlung in 2021 monatlich 284,00 Euro.
  • 15% pauschaler Arbeitgeberzuschuss                                            monatlich   42,60 Euro.
  • 20% pauschaler Arbeitgeberzuschuss                                            monatlich 56,80 Euro.
  • 25% pauschaler Arbeitgeberzuschuss                                            monatlich   71,00 Euro.


Wir als Experten der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) empfehlen immer die 2 Möglichkeit, auch wenn der Arbeitgeber bereits eine arbeitgeberfinanzierte betriebliche Altersvorsorge führt. Die Kosten und Aufwendungen für die jährliche Überprüfung durch Ihre Fachabteilung kostet in der Regel ein Mehrfaches, als der Pauschalbeitrag für alle Mitarbeiter, die eine betriebliche Altersvorsorge durch Entgeltumwandlung in Ihrem Unternehmen führen.

Mehr Zeit für die jeweiligen Fachabteilungen und eine reibungslose Fortführung Ihrer betrieblichen Altersvorsorge.

bAVProfis - News Rund um die betrieblichen Altersvorsorge by bAVProfis   

Zurück