Was ist eine Direktversicherung?

Direktversicherung ein Durchführungsweg der Altersvorsorge über den Arbeitgeber

Die Direktversicherung ist ein Durchführungsweg der betrieblichen Altersvorsorge
Betriebliche Altersvorsorge - bAVProfis

Jeder Mensch in Deutschland benötigt eine nachhaltige, sichere und renditestarke Altersvorsorge. Die Direktversicherung ist ein Lösungsweg für die Sicherung Ihres Lebenstandards.

Was ist eine Direktversicherung?

Eine Direktversicherung ist ein Durchführungsweg der Altersvorsorge über den Arbeitgeber. Jeder Mitarbeiter kann über seinen Arbeitgeber eine Direktversicherung beantragen. Es wird der Wunschbeitrag des Mitarbeiters vom Bruttolohn abgezogen und vom Arbeitgeber direkt an die Direktversicherung bezahlt.

Die Direktversicherung ist einer von 5 Durchführungswegen der betrieblichen Altersvorsorge (bAV).

Seit 01.01.2005 gehört dieser Durchführungsweg der Direktversicherung zur betrieblichen Altersversorgung, der für den Rechtsanspruch der bAV durch Entgeltumwandlung nach § 1a Abs. 1 BetrAVG von jedem sozialversicherungspflichtigen Mitarbeiter genutzt werden kann.

Die neue Direktversicherung nach § 3 Nr. 63 EStG

Die neue Direktversicherung nach § 3 Nr. 63 EStG wird seit dem 01.01.2005 steuerfrei und grundsätzlich sozialversicherungsfrei bis zu 4 % der gesetzlichen Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung in der Ansparphase freigestellt.

Gleichzeitig kann man in die neue Direktversicherung ein monatliche Beitrag von 8% der gesetzlichen Beitragsbemessungsgrenze der allgemeinen Rentenversicherung einzahlen.

Beispiel des möglichen Beitrages in die Direktversicherung

2021 gesetzliche Beitragsbemessungsgrenze der allgemeinen Rentenversicherung (BBGRV)

  • monatlich 7.100 €
  • jährlich 85.200 €

Rechtsanspruch auf bAV durch Entgeltumwandlung nach § 1a Abs. 1 BetrAVG

Der Beitrag für die Direktversicherung darf grundsätzlich 4% der BBGRV betragen:

  • monatlich    284,00 €
  • jährlich     3.408,00 €

Dieser Beitrag kann und darf in der Regel jeder Arbeitnehmer als Rechtsanspruch für die bAV durch Entgeltumwandlung von seinem Arbeitgeber fordern.

Steuerlicher Höchstbeitrag nach § 3 Nr. 63 EStG für die neue Direktversicherung sind bis zu 8% der BBGRV:

  • monatlich 568,00 €
  • jährlich   6.816,00 €

Der Höchstbeitrag nach § 3 Nr. 63 EStG kann und darf nur mit Zustimmung des Arbeitgebers umgesetzt werden. Kein Mitarbeiter hat einen Rechtsanspruch auf die Nutzung des gesamten steuerlich zulässigen Höchstbeitrag, wenn der Arbeitgeber diesem Beitrag von 8% nicht zustimmt.

Was kann man mit der Direktversicherung absichern?

In der Direktversicherung können alle Vorsorgeleistungen abgesichert werden, die der Arbeitgeber genehmigt. Folgende Leistungen können abgesichert werden:

  • Altersvorsorge als lebenslange Altersrente oder einmaliges Kapital
  • Vorsorge gegen Invaliditätsvorsorge. Von der Beitragsbefreiung bei Berufsunfähigkeit bis hin zur monatlichen Berufsunfähigkeitsrente, die im Leistungsfall an den Mitarbeiter bis zum abgesicherten Zeitpunkt bzw. maximal bis zum Renteneintritt aus dem Direktversicherungsvertrag bezahlt wird.
  • Vorsorge gegen die Hinterbliebenenversorgung. Im Todesfall des Mitarbeiters wird die abgesicherte Leistung an die gesetzlich festgelegten Hinterbliebenen bezahlt.
  • Vorsorge gegen Unfall.

Welche Vertragspartner gibt es in der Direktversicherung?

  1. Versicherungsnehmer = Arbeitgeber
    Der Versicherungsnehmer ist der Vertragsinhaber und bestimmt immer was mit dem Direktversicherungsvertrag gemacht wird (z.B. Beitrag erhöhen, reduzieren und beitragsfrei stellen). Gleichzeitig ist der Arbeitgeber der Beitragszahler, da die Beiträge für die Entgeltumwandlung immer vom Bruttolohn des Mitarbeiters über die Entgeltumwandlung eingezogen werden.

  2. Versicherte Person = Arbeitnehmer
    Der Mitarbeiter ist immer die versicherte Person und speziell bei der Entgeltumwandlung immer der Bezugsberechtigte. Durch das Arbeitsrecht wird die Entgeltumwandlung geregelt und deshalb hat der Mitarbeiter über das Arbeitsrecht bei der Direktversicherung die Macht, obwohl er kein Versicherungsnehmer ist. Der Rechtsanspruch auf die Erfüllung der zugesagten Leistungen besteht immer gegen den Arbeitgeber.

  3. Versicherungsunternehmen, das den Tarif für die Direktversicherung stellt
    Die Direktversicherung wird immer von einem Versicherungsunternehmen gestellt. Die Leistungen aus der Direktversicherung werden immer direkt an die Bezugsberechtigten Personen oder die versicherte Person bezahlt.

Gab es vor dem 01.01.2005 den Durchführungsweg der Direktversicherung?

Ja. Bis zum 31.12.2004 gab es eine Direktversicherung, die auf der steuerrechtlichen Grundlage des § 40b EStG umgesetzt werden konnte.

Was war der Unterschied der alten Direktversicherung?

Der Unterschied zur aktuellen Direktversicherung nach § 3 Nr. 63 EStG ist folgender:

  1. Die Direktversicherung nach § 40b EStG musste immer vom Arbeitgeber genehmigt werden. Es bestand kein Rechtsanspruch auf die Umsetzung der alten Direktversicherung nach § 40b EStG durch Entgeltumwandlung.
  2. Die Direktversicherung nach § 40b EStG war nur dann von der Sozialversicherungspflicht befreit, sofern in der Entgeltumwandlung die Beitragszahlung jährlich oder halbjährlich über Sonderzahlungen (z.B. Urlaubsgeld oder Weihnachtsgeld) erfolgt.
  3. Gleichzeitig wurde mit dem Beitrag der alten Direktversicherung nach § 40b EStG immer eine Pauschalsteuer mit abgeführt. Durch die Abgabe der pauschalierten Steuer wird die zukünftige Kapitalleistung steuerfrei ausbezahlt.
  4. Der Jahresbeitrag war grundsätzlich auf 1.752 € p.a. begrenzt.
    Sofern dieser Jahresbeitrag nicht von allen aktiv geführten alten Direktversicherungsverträgen ausgeschöpft wurde, konnte der Mitarbeiter mit Genehmigung des Arbeitgebers über einen gemeinsamen Direktversicherungsrahmenvertrag einen jährlichen Beitrag von 2.148 € p.a. aufwenden.
    Hier war der Direktversicherungsrahmenvertrag wichtig in dem alle geführten Direktversicherungsverträge aufgeführt waren und die einzelnen Versicherungsgesellschaften die jeweiligen Beiträge mit Stempel und Beitrag bestätigt haben. Konnte diese Vereinbarung bei einer Sozialversicherungsprüfung der Arbeitgeber nicht vorlegen, wurde die alte Direktversicherung verworfen.

Beispiel des Beitrages in der alten Direktversicherung nach § 40 b EStG

Der Beitrag für die Direktversicherung nach § 40 b EStG betrug:

  • monatlich    146,00 €
  • jährlich     1.752,00 €

Die Umsetzung der alten Direktversicherung nach § 40b EStG musste immer vom Arbeitgeber genehmigt werden. In der arbeitsrechtlichen Vereinbarung sollte grundsätzlich immer festgelegt werden, wer den Beitrag für die Pauschalsteuer bezahlen sollte. Die meisten Muster der Versicherungsgesellschaften wiesen auch hier den Fehler auf, dass dieser Passus nicht geregelt wurde.

Wurde der aufgeführte Höchstbeitrag von den geführten Direktversicherungen nach § 40 b EStG nicht vollständig ausgeschöpft, konnte eine Durchschnittsbildung umgesetzt werden. In der Regel zog der GmbH-Geschäftsführer / in für sich diesen Beitragsjoker.

Der Beitrag für die Direktversicherung nach § 40 b EStG mit der Durchschnittsbildung betrug:

  • monatlich    179,00 €
  • jährlich     2.148,00 €

Wichtig:
Wurde die Durchschnittsbildung für die alte Direktversicherung nach § 40b EStG umgesetzt, musste der Arbeitgeber immer ein Rahmenvertrag mit allen geführten Direktversicherungen nach § 40b EStG (Beginn, Ende, Versicherungsnummer, Beitrag und steuerlicher Durchführungsweg) in einem Rahmenvertrag mit den Unterschriften aller geführten Versicherungsgesellschaften vorweisen.

Sie haben Fragen zum Durchführungsweg der Direktversicherung in der betrieblichen Altersvorsorge (bAV), die bAVProfis stehen Ihnen für Rückfragen zur Verfügung.

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